Herz-CT

3D-Herzrekonstruktion

Viele Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems bedrohen unser Leben. An erster Stelle stehen jedoch die von vielen unterschätzten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten einerseits aber auch familiäre, d.h. als ererbte Eigenschaften unseres individuellen Fettstoffwechsels fördern das Risiko einer sog. Arteriosklerose. Inzwischen verdichten sich die Hinweise darauf, dass bestimmte Krankheitserreger, wie sie z.B. auf Grund mangelnder Zahnpflege durch entzündliche Erkrankungen des Zahnfleischs häufig über viele Jahre die Mundhöhle besiedeln und dabei immer wieder auch in die Blutbahn gelangen, zur Schädigung der Gefäßinnenhaut und damit der Gefäßwand führen und so die Ablagerung von cholesterinhaltigem Material fördern. Die dadurch entstehenden sog. Plaques bilden Wandverdickungen, die zu Gefäßverengungen und letztlich zum Verschluss der Blutgefäße führen.

Die computergestützte Darstellung des Herzens erlaubt Untersuchungen von Patienten, die bisher nur mit höherem Risiko und höherer Belastung mittels Herzkatheter untersuchbar waren. Dabei kann mit geringerem Risiko für den Patienten und vergleichbarer Strahlenbelastung die Frage der Durchgängigkeit eingesetzter gefäßerweiternder Stents und die Frage der Durchgängigkeit von Bypässen ohne größere Belastung für den Patienten in der Computertomographie durchgeführt werden.

Die einzige Voraussetzung ist, dass ein stabiler Herzrhythmus vorliegt. Bei Herzfrequenzen über 70 Schlägen/Minute in Ruhe wenden wir, soweit nicht Einschränkungen dagegen sprechen, herzfrequenzsenkende Medikamente i.v. appliziert an, die kurzfristig die Herzfrequenz auf das gewünschte Maß senken. Dies wird von den Patienten regelmäßig gut vertragen und ist für die Patienten praktisch unbemerkt. Darüber hinaus können Patienten, bei denen eine Untersuchung der Herzwandbewegung in der Echokardiographie technisch einmal nicht möglich sein sollte, in der CT so untersucht werden, sodass sowohl die Darstellung von Bypässen, die Funktionsfähigkeit künstlicher Herzklappen und die Herzwandbewegung untersucht werden können. Das vorliegende Beispiel zeigt einen solchen Patienten, bei dem neben der Darstellung der Bypässe auch ohne zusätzlichen Aufwand die Funktion des Herzmuskels und der Klappen dargestellt werden können.

Um frühzeitig Veränderungen des Gefäßsystems erkennen zu können, stehen grundsätzlich die zwei nachstehend beschriebenen verschiedenen Untersuchungstechniken zur Verfügung:

1. Das sogenannte Kalzium-Scoring (Agatston-Wert):

Wie durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt, nimmt das Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben mit dem Ausmaß der Verkalkung der Herzkranzgefäße zu. Da die Verengungen der Herzkranzgefäße häufig erst in einem späten Stadium Beschwerden machen und erst hierdurch bemerkt werden, ist es wichtig, so früh wie möglich abschätzen zu können, ob das individuelle Herzinfarktrisiko überdurchschnittlich hoch ist.

Für wen kommt das Kalzium-Scoring (die Bestimmung der gesamten Verkalkungsmasse der Herzkranzgefäße) in Betracht?

  • Patienten, bei denen eine familiäre Fettstoffwechselstörung besteht und in deren Familie bereits in jungen Jahren Angehörige an einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall erkrankt sind.
  • Für die Patienten, die an Diabetes mellitus leiden; auch hier kann die Untersuchung ab dem 35. Lebensjahr helfen rechtzeitig das Risiko einer Herzkranzgefäßverengung zu erkennen.

Wie wird die Untersuchung durchgeführt?

Für die Bestimmung der Kalkmasse der Herzkranzgefäße ist keine Kontrastmittel-Gabe erforderlich. Die Untersuchung wird mit unserem schnellen hochauflösenden Computertomographen durchgeführt und erfordert lediglich das Anhalten der Luft für 12 bis 16 Sekunden. Anschließend wird die Auswertung computergestützt durchgeführt. Eine Maßzahl, der sog. Kalkscore nach Agatston, der eine statistische Aussage über die Wahrscheinlichkeit eine lebensbedrohliche Komplikation der Herzkranzgefäßverengung zu erleiden zulässt, wird ermittelt.

Zum Hintergrund:

In den frühen 80er und 90er Jahren hat man in den Vereinigten Staaten durch Untersuchung großer Gruppen beschwerdefreie Patienten ohne Gefäßkomplikationen untersucht und über Jahre immer wieder kontrolliert. Am Ende der Studien wurde dann mit großer statistischer Vorhersagegenauigkeit gefunden, dass mit steigender Gesamtmasse einer Kalkeinlagerung der Herzkranzgefäße auch das Risiko, eine lebensbedrohliche Komplikation zu erleiden, statistisch signifikant ansteigt.

Die Strahlenbelastung ist relativ gering und beträgt etwa 10 bis 20 % einer Herzkatheter- respektive eine Herz-CT-Untersuchung zur direkten Darstellung der Herzkranzgefäße.

2. Die computertomographische Darstellung der Herzkranzgefäße, coronare Angiographie mittels CT:

Die computertomographische Darstellung der Herzkranzgefäße ist die Alternative zur diagnostischen Herzkatheteruntersuchung. Die Strahlenbelastung ist der des Herzkatheters vergleichbar. Das Risiko einer allergischen Kontrastmittel-Reaktion ist zwar gegeben, jedoch ist es nicht höher als bei den unzähligen computertomographischen Untersuchungen des Körpers, die seit vielen Jahrzehnten weltweit durchgeführt werden. Bei entsprechender medikamentöser Vorbereitung können sich daher auch Allergiker einer solchen Untersuchung ohne großes Risiko unterziehen. Weitergehende Risiken bestehen bei der computertomographischen Darstellung der Herzkranzgefäße nicht.
Insbesondere ermöglich die CT auch die Untersuchung des Herzens bei Verkalkungen des Herzbeutels, sowie die Diagnostik von Wandbewegungsstörungen bei erschwerten echokardiographischen Untersuchungsbedingungen.

Für wen kommt diese Untersuchung nicht in Frage?

  • Patienten, bei denen auf Grund von Voruntersuchungen feststeht, dass ein Herzkatheter zur Erweiterung der Herzkranzgefäße durchgeführt werden soll. Diese Patienten sollten anstreben, dass in einer Sitzung im Herzkatheterlabor die Herzkranzgefäße dargestellt werden und in gleicher Sitzung und damit in einem Eingriff auch die Erweiterung der Herzkranzgefäße und ggf. das Einlegen eines Stent erfolgen.

Für welche Patienten kommt die Untersuchung in Frage?

  • Alle Patienten mit eingeschränkter Untersuchbarkeit in der Echokardiographie.
  • Alle Patienten mit Angina pectoris ähnlichen Beschwerden, die jedoch kein eindeutiges Ergebnis im Belastungs-EKG aufweisen.
  • Patienten mit bekannten Herzkranzgefäßverkalkungen.
  • Patienten mit einer arteriellen Verschlusskrankheit der Becken-/Beingefäße, da hier häufig eine max. Belastung nicht möglich und damit das Belastungs-EKG nicht aussagekräftig ist.
  • Bei allen Patienten, bei denen der Verdacht auf eine coronare Herzerkrankung besteht und ein Belastungs-EKG nicht möglich ist (z.B. Einschränkung der Beweglichkeit der Beine).
  • Patienten zur Kontrolle nach Bypass-Operationen.
  • Patienten zur Kontrolle nach Stenteinlagen.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie weitere Fragen zu der Untersuchung haben. Bitte beachten Sie, dass die Kosten für diese Untersuchung von den Krankenkassen nicht erstattet werden und die Untersuchungen damit auch nicht auf Überweisungsschein durchgeführt werden können.