Risiko Herzinfarkt: Koronararterienverkalkung

3D-Herzrekonstruktion

Im Jahr 2005 starben in Deutschland ca. 67.000 Menschen an einem Herzinfarkt.

Die Ursache für einen Herzinfarkt ist der Untergang von Herzmuskelgewebe durch mangelhafte oder völlig ausfallende Blutversorgung über die für das betreffende Herzmuskelgewebe zuständige Herzkranzarterie.
Diese sogenannten Koronararterien unterliegen wie alle Arterien dem Risiko der Arteriosklerose. Hierzu kommt es häufig auch zu Verkalkungen dieser Wandablagerungen. Über viele Jahre hin hat man sich mit der Frage befasst, wie man durch Tests das Herzinfarktrisiko im Vorfeld abschätzen kann.

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat sich dann mit der Bestimmung der Gesamtmasse der Herzkranzgefäßverkalkung ein Verfahren etabliert, das zuverlässiger als die bis dahin übliche Durchleuchtungs-Untersuchung eine Aussage über das Herzinfarktrisiko sagen kann.

Mit der Anwendung der hochauflösenden schnellen Computertomographie, zunächst als sogenannte Elektronenstrahltomographie mit sehr teuren spezialisierten Geräten im Beginn der 80er-Jahre eingeführt, haben Agatston und Mitarbeiter bei einer großen Patientengruppe von rund 10.000 Patienten im Verlauf der Jahre verfolgt, in welcher Häufigkeit diese Patienten einen Herzinfarkt erlitten hatten und die Häufigkeit des Auftretens von Herzinfarkten für unterschiedliche Altersklassen, getrennt nach der Menge des bei der erfassten Untersuchung vorhandenen Herzkranzgefäßkalks gegenübergestellt.

Die nach Alter und Geschlecht geordnete Zusammenfassung dieser Statistik finden Sie im Anhang, zusammen mit einer weiterführenden Untersuchung zu diesem Thema, die im Jahr 2000 in der renommierten Zeitschrift für Herz-/Kreislauferkrankungen “Circulation” in den USA veröffentlich wurde.

In dieser Studie aus dem Jahr 2000 hat man die Gesamtzahl der untersuchten Patienten in 4 Gruppen unterteilt:

  • 1. Gruppe: Seltenes Auftreten von Herzinfarkt bei gegebener Menge von Herzkranzgefäßkalk.
  • 2. Gruppe: Durchschnittliche Häufigkeit von Herzinfarkten bei gegebener Menge von Herzkranzgefäßkalk
  • 3. Gruppe: (75 %) Erhöhtes Risiko
  • 4. Gruppe: (90 %) Stark erhöhtes Risiko

Ohne auf die Details einzugehen, bekommt man eine Vorstellung von der Bedeutung allein schon daraus, dass verglichen mit der niedrigsten Gruppe von Herzinfarktrisiko bei gegebener Herzkranzgefäßkalkmenge in der höchsten Gruppe das Herzinfarktrisiko gegenüber der niedrigsten Gruppe mehr als 10-mal höher ist.

Wie kann man das Ausmaß der Herzkranzgefäßverkalkung bestimmen?

Zwischenzeitlich liegen für das uns zur Verfügung stehende System computergestützte präzise Analyseverfahren vor. Dabei wird letztlich die Gesamtmenge an Kalk in den Herzkranzgefäßen rechnergestützt ermittelt, nach Volumen und Menge, auch in Gewicht (1000stel Gramm Hydroxylapatit = das entspricht Marmor) berechnet und entsprechend tabellarisch ausgegeben. Dies erlaubt dann, anhand der anliegenden Tabelle eine statistische Risikoabschätzung vorzunehmen. Darüber werden wir am Ende der Untersuchung mit Ihnen sprechen und auch darüber, welche Folgen im Hinblick auf ein zu erwartendes Herzinfarktrisiko und möglicherweise sinnvoll ergänzenden Maßnahmen sich daraus für Sie ergeben.

Um die Daten aufzunehmen, ist die Anfertigung einer Computertomographie des Herzens nötig. Das uns zur Verfügung stehende System verwendet dazu ein besonders Röntgenstrahlendosis-sparendes Verfahren, das bei fortlaufend drehender Aufnahmeeinheit nur dann Röntgenstrahlung freisetzt, wenn das Herz in der geeigneten Phase ist, in der es sich bei jedem Herzschlag für einen kurzen Augenblick praktisch nicht bewegt. Um ein gutes Untersuchungsergebnis zu erzielen, ist es nötig, dass Sie für max. 20 Sek. die Luft anhalten und still liegen. Weitere Randbedingungen sind ebenso wenig von Ihrer Seite zu erfüllen, als auch die Einnahme von Herzfrequenz-senkenden Mitteln nicht erforderlich ist.

Nach dem Ende der Untersuchung können wir Ihnen das Ergebnis mitteilen, über die Bedeutung des Ergebnisses für Sie persönlich und die ggf. weiteren Untersuchungen sprechen und einen Ausdruck für Ihren Arzt und Ihre Unterlagen mitgeben.